Sex Apps – mobiles Dating im Alltag

Die ersten Sex Apps, auch Dating Apps genannt, erschienen vor etwa 12 – 15 Jahren auf dem Markt. Inzwischen nutzen Millionen von Menschen solche Apps. Laut Wikipedia benutzten in Deutschland 14 Prozent aller männlichen und 15 Prozent aller weiblichen Besitzer von Smartphones Sex Apps. Mittlerweile dürfte der Prozentsatz noch weiter angestiegen sein.

Warum sind Sex Apps so populär?

Das hat zum einen technische Gründe. Fast jedes moderne Handy ist heute ein Smartphone mit einem Zugang zum mobilen Internet. Darüber hinaus bauen die Netzbetreiber ihre Mobilfunknetze immer weiter aus.

Sex Apps sind zudem auch sehr beliebt, weil die Nutzung sehr einfach ist. Bei der Einrichtung muss der User keinen endlosen Katalog von Fragen beantworten. Bei vielen Anbietern können sich neue User einfach und unkompliziert mit ihrem Facebook- oder Google-Account anmelden. Die Daten werden einfach übernommen. Bei den großen Partnervermittlungen kostet die Mitgliedschaft hunderte von Euro für 6 Monate. Viele Sex Apps lassen sich dagegen beinahe kostenlos nutzen.

Bei den Usern besonders beliebt ist die Spontanität, mit der die Apps genutzt werden können. Ein Foto hochladen, ein paar persönliche Angaben gemacht, schon kann das Dating beginnen! Einige Anbieter wie Tinder zeigen dem User andere User an, die gerade in der Nähe sind. Bessere Voraussetzungen für spontane Sex Dates gibt es kaum.

Wofür werden die Sex Apps genutzt?

Den meisten Usern geht es bei diesen Apps um Sex. Sie suchen Partner für schnellen, unkomplizierten Sex. Das kann ein spontaner One-Night-Stand oder ein Seitensprung sein, eine länger dauernde Affäre oder jemand, der die eigene sexuellen Vorlieben teilt. Wer beispielsweise Partner für einen Dreier sucht, wird mit einer Sex App schnell fündig. Auch professionelle Damen nutzen die Apps zur günstigen und effizienten Kundenakquisition. Um Partner für langfristige Beziehungen zu finden, eignen sich die Apps dagegen weniger gut, weil die Partnersuche nur oberflächlich betrieben wird. Im Mittelpunkt stehen das Aussehen und die sexuellen Gewohnheiten.

Welche Sex Apps sind besonders beliebt?

Der Marktführer im deutschsprachigen Raum ist C-date. Die App wurde von einem Start-Up aus München entwickelt und hat in DACH einen Marktanteil von mehr als 24 Prozent. An zweiter Stelle folgt Badoo, das bereits 2006 in Russland erschien und hierzulande mit ca. 23 Prozent Anteil Lovoo dicht auf den Fersen ist. Die international erfolgreichste Dating App, Tinder (Zunder) mit weltweit ca. 50 Millionen Nutzern, kommt in Deutschland mit einem Marktanteil von knapp 20 Prozent auf den 3. Platz. Tinder kam zuerst 2012 in den USA auf den Markt. Das verbleibende Drittel teilen sich andere Anbieter. Viele klassische Dating Seiten bieten inzwischen eigene Apps oder Webseiten an, die für mobiles Surfen optimiert sind.

Welche Nachteile haben Sex Apps?

Zum einen gab es mehrfach Skandale um Verstöße gegen den Datenschutz. Mitgliederprofile konnten öffentlich eingesehen werden und Anbieter, die ihre Basis in den USA haben, sind berüchtigt für ihren Hunger nach Daten aller Art.

Auch bei intensiven Nutzern stellen sich negative Erscheinungen ein. Mehr und mehr Menschen scheinen durch den häufigen Gebrauch von Sex Apps unfähig zu werden, dauerhafte Beziehungen einzugehen. Bei einer Beziehung geht es nur noch um Sex und darum, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Die Befriedigung muss möglichst sofort erfolgen. Liebe und Partnerschaft bleiben dabei auf der Strecke. Eine der negativen Erscheinungen der Sex Apps ist das so genannte „Ghosting“ (de.wikipedia.org/wiki/Ghosting_(Beziehungsproblem)). Damit wird der plötzliche und grundlose Abbruch einer Beziehung bezeichnet. Soziologen und Psychiater machen dafür Sex Apps verantwortlich. In einer Studie aus den USA machten schon 13 Prozent aller User von Sex Apps solche Erfahrungen. Als Grund für ihr Ghosting gaben Befragte an, dass für sie die Beziehung einen unverbindlichen Charakter hatte. Zudem wollten sie durch die Sex App immer neue Partner kennenlernen.

Fazit
Sex Apps sind beliebt, weil sie einfach zu nutzen sind und spontane Sex Dates ermöglichen, ohne viel Kosten zu verursachen. Ihre Verbreitung wird durch den Ausbau des mobilen Internets gefördert. Nachteilig ist dagegen, dass sie oft oberflächlich sind und bei vielen Menschen zu Beziehungsproblemen führen.